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NEUERSCHEINUNGEN IM OKTOBER 2009

Obwohl schon Ende September erschienen, wollen wir hier nochmals 
die überragende CD von Anouar Brahem vorstellen.

Lesen Sie hier über die letzte CD von Mercedes Sosa!

Jetzt erschienen die neue CD des  Club des Belugas!
dazu die neue CD von Pink Martini, ein neues Werk von DJ Jondal 
und ein interessanter Mix mit jazzigen Coverversionen, 
dazu neue CDs von Rod Stewart und Ina Müller.

Und schließlich unsere Sonderliste Vierzig Jahre ECM Records,
abgedruckt in der Münchner Abendzeitung!

Last update : 05.11.09

club des belugas : ZOO ZIZARO
Es gibt CDs, die „springen einen förmlich an". Man nimmt das Cover in die Hand, legt die CD ein und weiß nach wenigen Sekunden: „das ist es".
Eine solche CD war SWOP von der Wuppertaler Band Club des Belugas.

Es gibt CDs, die nimmt man interessiert in die Hand, hört sie an, Stück für Stück, überlegt und zögert – schließlich gefallen sie einem doch.
Eine solche CD ist „Zoo Zizaro", der Nachfolger des Sensationserfolges SWOP.

Die CD beginnt relativ gefällig, mit einem Song der Schwedin AnnaLuca, die diesmal die Mehrzahl der Songs interpretiert und damit Brenda Boykin weit in den Hintergrund drängt. Erst bei Titel 3 stellt sich ein wenig mehr Schwung ein, mit dem Song Clyde Beluga wird die CD endlich richtig mitreißend. Denn was der Sänger Ferank Manseed (von dem später noch zu sprechen sein wird) hier abliefert, ist eine derart phantastische Kopie der alten Crooner vom Schlage eines Frank Sinatra, daß einem schier der Atem stockt. Dieser Song, im Radio gespielt, würde garantiert zum Superhit!

Ab jetzt läuft die CD recht angenehm dahin, sehr abwechslungsreich, mit vielen Elementen aus Bossa Nova und Samba, mit bluesigem Jazz und interessanten Bläsersätzen. Der Club des Belugas hat sich deutlich gewandelt zu einer richtigen Live-Band, mit schönen Instrumentalleistungen. Es finden sich Anklänge an Dave Brubeck und Ramsey Lewis, an Arrangements im Stil von Quincy Jones oder auch Henry Mancini. Deutlich weniger geworden sind die elektronischen Elemente, die eingebauten Samples sind oft nur noch bei sehr genauem Hinhören auszumachen. Doch zurück zur CD:

Gegen Ende hin legt Zoo Zizaro dann wieder einen Zahn zu, wenn mit „Too Late" (wundern Sie sich nicht über das Intro, denn der Club des Belugas hat hier den gleichen Les-Baxter-Sample verwendet, der schon beim Song Tango Forte von Dublex Inc. zu hören war) Anna Luca mit lasziver Lolita-Stimme loslegt.

Genialer Abschluß der CD ist schließlich der Song Pain Is Temporary, den Farenk Manseed im Stile von Otis Redding oder Marvin Gaye singt. Eine unglaubliche Stimme!

Alles in allem ist Zoo Zizaro wieder ein äußerst gelungenes Werk. An die Qualität von SWOP kommt die CD zwar nicht heran (das ist ja auch kaum noch möglich). Doch die gediegenen jazzigen Klänge, die feinen Bläsersätze, die gelegentlich und geschickt eingebauten Sounds und vor allem die durchweg guten Gesangsleistungen heben dieses Album aus einer Vielzahl von mediokren Werken angenehm heraus.

Gerhard Rühl, 23. Oktober 2009

ChinChin Records 2009, Total Time 70:43, CD EUR 19,50

Tracklisting
Passing On The Screen – Wild Is My Love – Radio Utopia – Clyde Beluga – WigWag – Floating On Air – Un grão de areia – Back To My Room – My Hunger Hurts – Air Mail Special – Something Big And Endless – Habana Twist – Zoo Zizaro – Too Late – Jungle Flower – Pain Is Temporary.

 

Schließlich noch eine Anmerkung:
Hören Sie Track 8 an und achten Sie auf die Stimme. Nein, das ist nicht Nina Simone, sondern der Sänger Ferank Manseed, der wegen seiner hohen Stimme auch "Nina Someone" genannt wird. Doch auch seine Frank-Sinatra-Imitation in Track 4 ist absolut faszinierend.

Leider war das Publikum beim Smooth Jazz Festival in München nicht bereit, das Können dieses Sängers zu akzeptieren und hat sich von seinem Aussehen dazu bewegen lassen, massenhaft die Halle zu verlassen. Skandalös!
Zugegeben - optisch ist Ferank Manseed gewöhnungsbedürftig. Über und über tatowiert wirkt er wie eine Mischung aus Hooligan und Freak. Doch er ist ein absolut netter Kerl - das kam auch live absolut rüber.

Weil Ferank Manseed (und der ganzen Band) also derartige Ignoranz entgegenschlug, entschuldigen wir uns hiermit für das (ohnehin spärliche) Münchner Publikum.
Aufgrund seiner großartigen Stimme haben wir Ferank ins Herz geschlossen und erklären hiermit den Song "Pain Is Temporary" zu einem der besten Lieder des Jahres.

Gerhard Rühl, im Oktober 2009

 

BEST OF BOSSA LOUNGE
Die Serien „Jazz And 70s/80s/90s" und „Bossa ‚n’ Stones/Roses/Marley" sind längst zu Kultobjekten geworden, bei uns zu absoluten Bestsellern.

Denn die hinterhältig lässigen Coverversionen von Welthits sind nicht nur wunderbar zu hören, sie haben auch diesen gemeinen Wiedererkennungseffekt, der viele Hörer immer wieder staunen und schmunzeln läßt.

Nachdem Deluxe TV schon zwei Querschnitte aus diesen Serien unter dem Titel „Lounge Affair" veröffentlichte, hat nun der Herausgeber Chet Records seinerseits eine Doppel-CD mit 40 der besten Songs zusammengestellt.

Selbst wenn Sie schon einige der genannten CDs besitzen, ist diese Collection dennoch sehr zu empfehlen. Wenn Sie geeignete Background-Musik für Ihre Bar suchen, kommen Sie an diesem Mix sowieso nicht vorbei…

Schade nur, daß man für die CD so ein Allerwelts-Cover gewählt hat!

Gerhard Rühl, SHIROKKO, 29.10.2009

Chet Records 2009, 2 CDs EUR 19,90

Tracklisting

CD 1:
Don’t Speak – No Woman No Cry – Do You Really Want To Hurt Me – Time After Time – Paradise City – I Shot The Sheriff – Holding Back The Years – Every Breath You Take – Redemption Song – True – Take On Me – Billie Jean – Purple Rain – Waiting In Vain – Sweet Dreams – In The Air Tonight – With Or Without You – Don’t You – Nothing Compares 2 U – As Tears Go By.

CD 2:
Jumpin’ Jack Flash – Paint It Black – Stir It Up – One Love – November Rain – I Still Haven’t Found – Is This Love – Knockin’ On Heaven’s Door – Welcome To The Jungle – Space Cowboy – Creep – Live And Let Die – Wonderwall – Personal Jesus – Black Hole Sun – It Ain’t Over Till It’s Over – Missing – Smells Like Teen Spirit – Tainted Love – I’m Free.

 

 

OBSESSION LOUNGE 4
compiled by DJ Jondal

Eineinhalb Jahre hat DJ Jondal seine Hörer warten lassen – nun kommt er fast zeitgleich mit drei (!) Doppel-CDs auf den Markt.

Den Anfang macht diesmal Obsession Lounge 4, untertitelt mit „Smooth Sounds For More Than…". Nun, ob’s bei Ihnen wirken wird, wissen wir nicht!

CD 1 beginnt mit indischen und orientalischen Klängen, ehe mit dem Track von Chris Zippel etwas fortschrittlichere Sounds Raum gewinnen.
Zu hören sind viele Acts aus Jondals bewährtem Netzwerk, wie z.B. Jens Buchert, Genuine, Eddie Silverton, Mathieu & Florzinho, Zen-Men…

CD 2 ist mit ihren balearisch anmutenden Tracks die musikalisch deutlich interessantere, zumal mit Bliss, dem Blue Pilots Project und dem Club des Belugas einige erstklassige Bands zu hören sind.

Gerhard Rühl, SHIROKKO, 30. Oktober 2009

Clubstar 2009, Total Time 127:34, 2 CDs EUR 23,90

Tracklisting

CD 1:
Bahramji & Mashti : Being With You – Jens Buchert : Fata Morgana – Mathieu & Florzinho : Oriental Woman – Praful : Sigh – Genuine : As Possible – Chris Zippel : Glacier II – Tom Urleena : Release – Water : In Cuba – Fabergé : Hazy World – Clelia Felix : Can’t Stop Time – James Bright : Set Me Free – Eddie Silverton : Dreams.

CD 2:
Chris Coco : Summertime – Afterlife : Smooch – Boot Cut Rockers : Deep In Your Heart – Mathieu & Florzinho : The Law Of Attraction – Blue Pilots Project : Reboot – Sudaka : Be – Soulbar : All Around The World – Club des Belugas : It’s A Beautiful Day – Soleil Fisher : Trouble – Sine : Time – One Man Ahead : 1000 Memories – Zen Men : Obsession.

 

 

PINK MARTINI : SPLENDOR IN THE GRASS
Mein Gott, wie oft haben wir in den letzten zehn Jahren Pink-Martini-CDs gehört und verkauft!? Wie oft haben sie bei uns und bei den Kunden für gute Laune gesorgt!? Und wie oft haben wir über das Foto auf der Debut-CD „Sympathique" geschmunzelt!?

Was wir nicht ahnen konnten: Pink Martini sind mit ihrer vierten CD dieser Zielgruppe einen großen Schritt näher gekommen. Denn über weite Strecken dümpelt diese CD derart konturlos dahin, daß man kaum glauben kann, daß es sich um die selbe Gruppe handelt, die uns früher mit Spielwitz und Augenzwinkern erfreute.

Zwischen brave Pop-Songs sind kitschige Arrangements im 50er-Jahre gestreut. Leider nicht mehr so pfiffig wie früher, sondern mit deutlichem Hang ins Alberne.

Ich gebe zu, das ist absolut Geschmackssache. Wem’s gefällt…Sicherlich wird die CD viele Hörer finden, denn Pink Martini haben einen großen Fankreis.

Was mich aber absolut ärgert, ist die Tatsache, daß man völlig zusammenhanglos und ohne erkennbaren musikalischen Sinn den Song „Piensa en mi" von Chavela Vargas dazwischengebastelt hat. Immerhin handelt es sich hierbei um eine der legendärsten Sängerinnen Südamerikas (mit durchaus interessanter Biographie) und um einen der schönsten Songs der lateinamerikanischen Musikgeschichte (der unter anderem von Luz Casal in Almodovars Film „High Heels" interpretiert wurde).

Daß es Pink Martini nicht einmal für nötig gefunden haben, auf Chavela Vargas hinzuweisen oder zumindest ein Foto von ihr abzudrucken, spricht Bände. Wollte man sich gar über sie lustig machen – oder ist das nur ein Ausdruck von Ignoranz?

Gerhard Rühl, SHIROKKO, 30. Oktober 2009

Heinz Records 2009, Total Time 54:17, CD EUR 19,50

Nachsatz: Man kann nur hoffen, daß das Foto im Booklet 
nicht dereinst ähnliche Bedeutung bekommen wird wie das oben erwähnte….

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

INA MÜLLER : NIED OPLEGGT
Auf ihrer neuen CD singt Ina Müller in Plattdeutsch!
Schöner als je zuvor - man spürt förmlich, daß sie in dieser Sprache "zuhause" ist. Denn die (zumindest für Süddeutsche) schwer verständlichen Worte fügen sich bei Ina Müller zu einem wundervoll poetischen und interessanten Gesamtbild. Von Müllers toller Stimme ganz abgesehen...
Zwar sind einige der ausgewählten Coverversionen vielleicht ein bißchen zu "nett" - Songs wie "Lemon Tree" oder "I Believe I Can Fly" sind eigentlich 
zu sehr "mainstream". Doch das macht die fabelhafte Version von Stings "Fields Of Gold" wieder wett. 
Und Ina Müllers Eigenkompositionen sind eher noch besser gelungen!

Egal was sie macht - Moderatorin, Gastgeberin bei "Inas Nacht", Filmemacherin oder Sängerin - definitiv ist Ina Müller die tollste Frau Deutschlands!

Das behauptet Gerhard Rühl, SHIROKKO, 30. Oktober 2009

105 Records 2009, CD EUR 19,50

Songtitel:
De Klock is dree - Dörp Reggae (Lemon Tree) - Mama - Lockiget Hoor (Knockin' On Heaven's Door) - Nees in Wind - Blots de Nacht (Love's Divine) - Buten Kluten (What's Up) - Min Johann - Dat weer Mai (I Believe I Can Fly) - Veel to olt (Fields Of Gold) - De Wind vun Hamburg (I've Never Been To Me) - Schnee fallt bald (Autumn Leaves).

 

 

 

 

ROD STEWART : SOULBOOK
Nachdem er vor Jahren Jazz-Standards aus dem "Great American Songbook" interpretiert hatte, macht sich der Sänger mit der (immer noch) Reibeisenstimme nun an Soul-Klassiker heran, ein Metier das ihm deutlich besser liegt.

Die CD beginnt im Retro-Sound (der auch schon Amy Winehouse so beliebt machte), wird aber mehr und mehr brav und clean. So wie auch Stewarts Styling leider sehr auf Schwiegersohn getrimmt ist.

Rein musikalisch ist aber das Soulbook eine höchst erfreuliche Neuerscheinung, zumal man viele gern gehörte Songs auf einer einzigen CD findet.

Sony Music 2009, CD EUR 19,50

Tracklisting:
It's The Same Old Song - My Cherie Amour - You Make Me Feel Brand New - Higher And Higher - Tracks Of My Tears - Let It Be Me - Rainy Night In Georgia - What Becomes Of The Broken Hearted - Love Train - You've Really Got A Hold On Me - Wonderful World - If You Don't Know Me By Now - Just My Imagination.

 

LUZ CASAL : LA PASION
Zunächst eine Begriffsklärung: Boleros sind lateinamerikanische Lieder, meist sentimental, in langsamem Rhythmus. Dieser Rhythmus wird hierzulande oft als Rumba bezeichnet. Rumba ist allerdings ein Rhythmus, der aus dem afrikanischen und arabischen Raum stammt und über die Mauren u.a. im Flamenco Einzug gehalten hat. In Kuba wiederum bezeichnet man mit Rumba afro-kubanische Trommelrhythmen. Bolero wiederum hat mit Maurice Ravels Komposition nichts zu tun - er ist eine Habanera.
Verstanden?

Luz Casal, die Sie vielleicht durch ihre Interpretation in Pedro Almodovars Film "High Heels" kennengelernt haben, präsentiert auf ihrer neuen CD diesmal ausschließlich Boleros. Wie schon vor ihr Ana Belen singt sie diese sentimentalen Lieder mit großartiger Stimme, sorgfältig begleitet und zum Schmachten schön. Egal ob Sie spanische oder südamerikanische Musik mögen, oder ob Sie einfach nur romantische Lieder hören wollen - diese CD könnte Ihnen gefallen!?


Blue Note 2009, CD EUR 19,50

 

AUSSERDEM SIND ENDE OKTOBER (KW 44) erschienen :
La Brass Banda : Übersee  CD EUR 19,50
Joss Stone : Colour Me Free 
CD EUR 19,50
Abdullah Ibrahim & WDR-Big-Band : Bombella 
CD EUR 19,50
Leonard Cohen : Live At The Isle Of Wight Festival 1970 
CD+DVD EUR 23,00

 

 

Abgedruckt in der 
Münchner Abendzeitung 
vom 14. Oktober :
die zehn liebsten ECM-CDs
des SHIROKKO-Teams



Ganz ohne Zweifel ist Manfred Eichers Label ECM Records die weltweit beste Adresse 
für zeitgenössischen Jazz und außergewöhnliche Klassik, darunter sehr viele grenzüberschreitende Werke.

Bei ECM finden sich nicht nur weltbekannte Musiker, die konsequente Klangphilosophie und die ebenso kompromißlose Covergestaltung haben eine unverwechselbare Ästhetik erzeugt.

So zählt die erfolgreichste ECM-Veröffentlichung, Keith Jarretts Köln Concert, zur Grundausstattung jedes kulturbewußten Musikliebhabers.



Nachdem es sich bei ECM um ein Münchner Label handelt, ist es für uns Ehre und Verpflichtung zugleich, gewissermaßen ein "Heimspiel", anläßlich des 40jährigen Jubiläums unsere derzeit zehn liebsten ECM-CDs vorzustellen.

Wir geben zu: manche der ECM-Aufnahmen sind uns persönlich zu kopflastig. Doch in mittlerweile über eintausend Veröffentlichungen finden sich natürlich massenhaft herausragende Aufnahmen. Unsere Liste ließe sich deshalb beliebig erweitern – aus Platzgründen mußten wir einige erstklassige Werke leider unerwähnt lassen.
Selbstverständlich finden Sie diese CDs in unserem Laden.

Lassen Sie sich entführen in die Klangwelt von ECM!

Gerhard Rühl und das SHIROKKO-Team, im Oktober 2009

Anmerkung: die Jahreszahlen geben das Jahr des Erscheinens an, nicht das der Aufnahme. 
(Bei ECM liegen zwischen diesen Daten oft mehrere Jahre, was auf eine sorgfältige Veröffentlichungsstrategie hindeutet).

Zusammenstellung: Silvia Rühl, Julia Brützel, Gerhard Rühl.
Text und Gestaltung : Gerhard Rühl. Sämtliche Texte sind garantiert subjektiv.Stand: 12. Oktober 2009

 

ANOUAR BRAHEM : THE ASTOUNDING EYES OF RITA
Der tunesische Lautenvirtuose Anouar Brahem sagte einst: "Wenn sich die Tradition nicht immer wieder selbst erneuert, trocknet sie aus und stirbt ab".
Entsprechend finden sich in seiner Musik zwar immer Anklänge an seine arabische Heimat, doch hat Brahem immer wieder die Brücke geschlagen zu neueren musikalischen Trends, vor allem dem kammermusikalischen Jazz.

Nach den etwas spröden Klängen von "Le Voyage de Sahar" ist Brahem auch wieder zurückgekehrt zu Musik voller süßer Versuchung, voller melodischer Vielfalt, voller positiver Melancholie. Begleitet wird Anouar Brahem diesmal von Klaus Gesing (Bassklarinette), Björn Meyer (Bass) und vom libanesischen Percussionisten Khaled Yassine. Zusammen mit seinem neuen Ensemble ist Brahem ein Meisterwerk geglückt. Egal ob in den traumhaft schönen lyrischen Passagen, deren innere Ruhe an Brahems Erstlingswerk "Barzakh" erinnert oder in den rhythmischen Titeln, bei denen die Band gelegentlich richtig ins "Grooven" kommt: diese CD kann in jeder Sekunde begeistern.

Schön auch, daß Brahem weder auf modale Eigenheiten der arabischen Musik noch auf typische Vierteltöne verzichtet, geschweige denn auf vertrackte Rhythmen. Denn damit schließt Brahem den Kreis zwischen verschiedenen Musikrichtungen und macht diese CD zu einem Hörgenuß, egal aus welcher musikalischen Ecke der Hörer kommt.

Was ist das eigentlich für eine Art von Musik? Es ist keine Weltmusik, kein Jazz, keine Kammermusik – eher eine Mischung aus all diesen Kategorien. Nennen wir es doch einfach nur "Musik", Musik mit einem hohen individuellen Charakter und mit Spielkunst auf allerhöchstem Niveau.

Egal welche Musikrichtung Sie persönlich bevorzugen – Anouar Brahems CD wird Sie begeistern, da sind wir uns ziemlich sicher. Denn in diese Klangwelt kann man sich richtig „hineinfallen" lassen, kann sich faszinieren lassen von den ausgesprochen beruhigenden und dennoch anregenden Klängen. Wollen wir wetten?
Gerhard Rühl, 25. September 2009

ECM 2009, Laufzeit 53:31, CD EUR 19,90

Weitere ausgewählte Werke von Anouar Brahem:
Barzakh (1991), Conte de l’incroyable amour (1992), Astrakan Café (2000), Le pas du chat noir (2002), Le Voyage de Sahar (2006),

Hörproben finden Sie auf der Seite www.jazzecho.de, zu finden auch unter dem Link www.anouarbrahem.de

Brahem, The Astounding Eyes Of Rita 

 

MANU KATCHE : NEIGHBOURHOOD
Der in Frankreich geborene Manu Katché ist einer der herausragenden Schlagzeuger unserer Zeit. In den Bands von Sting und Peter Gabriel sorgte er mit seinem unnachahmlich lockeren Stil für einen genialen rhythmischen Background. 
Mittlerweile spielt Katché regelmäßig in der Band von Jan Garbarek. 

Nun legt Manu Katché eine CD mit Eigenkompositionen vor. Dabei stellt sich natürlich sofort die Frage: Kann ein Schlagzeuger wirklich Songs schreiben? (viele Kollegen vor ihm sind genau daran kläglich gescheitert). 
Doch die Frage tritt sofort in den Hintergrund, denn Katché hat sich ein erstklassiges Team ins Studio geholt, das für großartige Musik garantiert. 
Zu hören sind Jan Garbarek und der Trompeter Tomasz Stanko. Die eigentliche Sensation ist jedoch der polnische Pianist Marcin Wasilewski.

Was dieser Mann an Einfühlungsvermögen und Klangreichtum bietet, ist phänomenal. Zu erwähnen ist auch, daß sich Manu Katché vollkommen in den Hintergrund stellt (wie es sich für einen Drummer ja auch gehört!?). Nur ganz selten blitzen seine lockeren Läufe auf, ansonsten ist die Musik melodisch wie rhythmisch von äußerster Zartheit.

Ergebnis ist eine wundervoll zu hörende Jazz-CD, unsere "Jazz-CD des Jahres 2005". 

Nachsatz 2009: Eine der schönsten Jazz-CDs der letzten Jahre!!

ECM 2005, Laufzeit 55:07, CD EUR 19,90

außerdem von Manu Katché erschienen: Playground (2007)

 

Katche, Neighbourhood 

 

eLENI KARAINDROU : ETERNITY AND A DAY
Seit vielen Jahren ist die Griechin Eleni Karaindrou „Haus-und-Hof-Komponistin" des Regisseurs Theo Angelopoulos. Denn sie versteht es meisterhaft, die monochromen und bedächtig wirkenden Bilder seiner Filme kongenial mit Musik zu unterlegen. Dabei ist diese Musik auch ohne die visuellen Eindrücke von großer Schönheit und beinahe magischer Anziehungskraft. Meist handelt es sich um ein Grundthema, das in verschiedenen Variationen und Instrumentierungen wiederholt wird und dadurch eine fast trancehafte Wirkung entfaltet. Eleni Karaindrous Werke sind mehr als bloße Soundtracks – durch ihre kompositorische Qualität sind sie durchaus zur zeitgenössischen Klassik zu zählen.

Die Musik zum Film Eternity And A Day (Die Ewigkeit und ein Tag, u.a. mit Bruno Ganz) zählt zu den gelungensten Werken von Eleni Karaindrou.

ECM 1999, Laufzeit 46:37, CD EUR 19,90

Weitere Werke von Eleni Karaindrou:

Music For Films (1991), The Suspended Step Of The Stork (1992), 
Ulysses’ Gaze (1996), Trojan Women (2002), The Weeping Meadow (2004), Elegy Of The Uprooting (2006, live), Dust of Time (2009)

 

 Karaindrou, Eternity And A Day

 

LECHNER & TSABROPOULOS : GURDJEFF - CHANTS, HYMNS...
Mit der Münchner Cellistin Anja Lechner und dem griechischen Pianisten Vassilis Tsabropoulos hat sich ein otpimales Duo zusammengefunden. Denn die beiden verbinden die intensiven Klänge des Cello und verhaltene Klavierklänge in beeindruckend harmonischem Spiel zu einem ganz besonderen Erlebnis. Nicht nur die hörbare Spielkunst der beiden ist faszinierend, sondern vor allem die völlige Übereinstimmung im Zusammenspiel, die Musik auf allerhöchster Ebene hervorruft.

Auf vorliegender Aufnahme haben die beiden vorwiegend Kompositionen des armenischen Philosophen Georges I. Gurdjieff berücksichtigt, deren geistiger Tiefe sie durch ihr inspiriertes Spiel die angemessene Würde zuteil kommen lassen.

ECM 2004, Laufzeit 72:19, CD EUR 19,90

außerdem von Lechner & Tsabropoulos erschienen: Melos (2008)

sowie die fabelhafte Solo-CD von Vassilis Tsabropoulos: Akroasis (2003)

 

 Lechner&Tsabropoulos, Gurdjieff

 

TORD GUSTAVSEN TRIO : CHANGING PLACES
Sitzen Sie gerne abends oder nachts an einer Bar? Hören Sie dabei gerne entspannte Klavierklänge? Haben Sie sich schon über die recht oft banale Musik geärgert, die Ihnen dabei geboten wird? Dann könnten wir Abhilfe schaffen!
Denn so könnte die optimale Barmusik klingen: Der skandinavische Pianist Tord Gustavsen und sein Trio haben eine absolut homogen wirkende CD aufgenommen, die in ihrer sanftmütigen Wirkung derart schön zu hören ist, daß man sich augenblicklich an einen Tresen wünscht (mit dem passenden Getränk).

Doch auch Abstinenzler werden zugeben : diese Klaviermusik zählt zum angenehmsten, was in diesem Genre in den letzten Jahren erschienen ist.

ECM 2003, Laufzeit 66:03, CD EUR 19,90

Weitere Werke von Tord Gustavsen :
The Ground (2005), Being There (2007), Restored (2009)

 Gustavsen, Changing Places

 

KEITH JARRETT : THE MELODY AT NIGHT, with you
Kein anderer Jazzmusiker hat in den letzten Jahrzehnten derart für Aufsehen gesorgt – und mit seinen Liveauftritten derart polarisiert wie Keith Jarrett. Legendär vor allem seine Aufnahmen der 70er und 80er Jahre, bei denen er mit beeindruckender Technik und spürbar körperlichem Einsatz eine ganz eigene Erzählkunst entwickelte, in der er förmlich „durch sein Instrument sprach".

Nach einigen Ausflügen in die klassische Musik hat Jarrett in den letzten Jahren vornehmlich Interpretationen von Jazz-Standards präsentiert.

Aus dem schier unüberblickbaren Werk von Keith Jarrett haben wir eine Aufnahme ausgewählt, die er nach überstandener schwerer Krankheit zuhause aufgenommen hat. Intimer und ausgeglichener hat Jarrett wohl nie geklungen, die fast meditativen Klavierklänge zeugen von intensiver Nachdenklichkeit.

ECM 1999, Laufzeit 55:18, CD EUR 19,90, Aktionspreis EUR 13,00

Weitere Werke von Keith Jarrett (eine Auswahl):
Bremen Lausanne (1973), Köln Concert (1975), My Song (1984), 
Bregenz Concerts (1985), Changeless (1989), Vienna Concert (1992), Testament (2009)

 

 Jarrett, The Melody At Night With You

 

jan garbarek . twelve moons
Diese CD war die fünfhundertste (!) Veröffentlichung des Labels – und sie ist nach wie vor eine der allerbesten. Denn Jan Garbarek (neben Keith Jarrett der wohl bedeutendste ECM-Interpret), wurde hier begleitet von Eberhard Weber, Rainer Brüninghaus, Manu Katché, Marilyn Mazur, dazu sind die skandinavischen Sängerinnen Agnes Buen Garnas und Mari Boine zu hören. Schon daraus geht hervor, daß Garbarek hier eine Brücke zwischen zeitgenössischem Jazz und den typischen naturbeschreibenden Klängen des Nordens gelungen ist.

ECM 1993, Laufzeit 75:40, CD EUR 19,90, Aktionspreis EUR 13,00

Weitere Werke von Jan Garbarek (eine Auswahl):
Legend Of Seven Dreams (1988), Ragas & Sagas (1992), Officium (1994), Visible World (1996), In Praise Of Dreams (2004), Dresden (2009, live).

 

 Garbarek, Twelve Moons

 

STEFANO BOLLANI : STONE IN THE WATER
Zusammen mit dem Bassisten Jesper Bodilsen und Morten Lund (Schlagzeug) hat der Pianist Stefano Bollani hier sein bislang stärkstes Werk eingespielt.

Die bedächtig verhaltene, für ECM-Verhältnisse extrem gedämpft wirkende Klaviermusik läßt unwillkürlich von romantischen Abenden (zu Hause - oder vielleicht auch an einer Bar?) denken. Sie bietet sich als entspannender und dennoch gehaltvoller Background direkt an und ist eine echte Alternative zu den CDs des Tord Gustavsen Trios.

ECM 2009, Laufzeit 61:49, CD EUR 19,90

Bollani, Stone In The Water

 

MARCIN WASILEWSKI u.a. : TRIO
Der polnische Pianist Marcin Wasilewski ist Ihnen vielleicht als Begleiter von Manu Katché ein Begriff?
Zusammen mit seinen Landsleuten hat Wasilewski eine betörend schöne CD aufgenommen, die leider etwas unterbewertet wurde, aber dennoch großartig ist – vor allem zu empfehlen für Freunde von ruhigem kammermusikalischem Jazz, der sich auch als anspruchsvolle Backgroundmusik eignet.

ECM 2005, Laufzeit 63:35, CD EUR 19,90

außerdem vom Wasilewski Trio erschienen: January (2008)

 

 Wasilewski, Trio

 

ARVO PÄRT : ALINA
Aus der ECM-hauseigenen Klassik-Linie „New Series" ist vor allem der estnische Komponist Arvo Pärt herauszuheben, der mit seinen oft sakral angehauchten Werken einer der wichtigsten Protagonisten zeitgenössischer Klassik ist.

Auf dieser CD ist Pärts musikalisches Vexierbild „Mirror In The Mirror" gleich in drei verschiedenen Versionen zu hören, dazu zwei Variationen des Titelstücks Alina.

ECM 1999, CD EUR 19,90, Aktionspreis EUR 13,00

Weitere Werke von Arvo Pärt (eine Auswahl):
Tabula Rasa (1985), Passio (1988), Miserere (1991).

Ende der Sonderliste ECM

 

Es gibt in vielen Ländern dieser Welt Künstler, die mehr sind als nur Musiker, sie sind Integrationsfiguren und verkörpern die Seele eines ganzen Volkes. Meist sind dies Frauen. Denken Sie beispielsweise an die Portugiesin Amália Rodrigues, die Ägypterin Oum Kalsoum, die Libanesin Fairuz, die Mexikanerin Chavela Vargas.

Eine dieser Sängerinnen war die Argentinierin Mercedes Sosa, die am 4. Oktober im Alter von 74 Jahren in Buenos Aires verstorben ist.
MERCEDES SOSA : CANTORA
Man nannte Mercedes Sosa nicht nur „La Negra", sondern auch „die Stimme Lateinamerikas". Denn ihre Musik war niemals nur Unterhaltung, sie war auch ein Beitrag zur Befreiungsbewegung vieler unterdrückter Völker des Kontinents.

Mit ihrer unverwechselbaren Stimme, die ganz leicht von larmoyanter Bedachtsamkeit bis hin zu akklamatorischer Kraft wechseln konnte, wurde Mercedes Sosa zur Kultfigur, ihre Lieder waren die des Widerstands, so wie einst José Afonsos Lied „Grandola Vila Morena" zur Erkennungsmelodie der portugiesischen „Nelkenrevolution" geworden ist.

Doch Mercedes Sosa war mehr als eine pan-amerikanische Sängerin. Sie verband nicht nur Völker und Kulturen, sie verband auch Generationen. Sie war eine Sängerin für alle, sowohl Zeitgenossen als auch ganz junge Hörer verehrten sie bei ihren zahlreichen Auftritten in aller Welt.

Vierzehn Tage nach dem Tod von Mercedes Sosa ist ihre letzte CD erschienen, die sie zwischen Juni 2008 und März 2009 eingespielt hatte. Jedes der Lieder ist mit einem Gast aus dem spanischsprachigen und auch portugiesischen Raum aufgenommen. Zu hören sind Legenden wie der Katalane Joan Manuel Serrat, der Brasilianer Caetano Veloso oder der Spanier Joaquín Sabina. Viele der Lieder stammen von legendären Musikern wie Silvio Rodriguez, Leon Gieco, Ruben Blades etc.

Um auf Mercedes Sosas generationenübergreifende Bedeutung zurückzukommen – es sind auf der CD Cantora auch ganz junge Künstler zu hören, wie z.B. René Pérez von der Hip-Hop-Band Calle 13. Dessen Song ist für mich eines der Highlights der ganzen CD, denn wie sich hier Elemente des Rap mit südamerikanischer Tradition verbinden, ist absolut überzeugend. Überzeugend auch Shakira, die mit ihrem Beitrag zeigt, welch gute Sängerin sie wäre, würde sie sich nicht ständig dem amerikanischen Mainstream hingeben. Ein persönlicher Höhepunkt der CD ist auch das Duett mit Joaquín Sabina, dessen unverkennbare Stimme einen guten Kontrast zu Mercedes Sosas warmem, weichen Timbre ergibt.

Schade nur, daß die CD zu weiten Teilen mit Orchesterarrangements versehen wurde, die der Musik eine unnötige zusätzliche Dramatik verleihen. Schlankere Instrumentierungen, wie z.B. in Jorge Drexlers Song, hätten da völlig ausgereicht.

Das ändert aber nichts daran, daß Cantora ein großartiges Vermächtnis einer großartigen Künstlerin ist.

Gerhard Rühl, 16. Oktober 2009

RCA 2009, Total Time 75:12, CD EUR 19,50

Tracklisting
Aquellas pequeñas cosas (w/ Joan Manuel Serrat) – Zona de promesas (w/ Gustavo Cerati) – Sea (w/ Jorge Drexler) – Coração vagabundo (w/ Caetano Veloso) – Canción para un niño en la calle (w/ René Peréz) – La maza (w/ Shakira) – Zamba del cielo (w/ Fito Páez) – Violetas para Violeta (w/ Joaquín Sabina) – Desarma y sangra (w/ Charly García) – Cántame (w/ Franco de Vita) – Razón de vivir (w/ Lila Downs) – El ángel de la bicicleta (w/ Gustavo Cordero) – O que será (w/ Daniela Mercury) – Barro tal vez (w/ Luis Alberto Spinetta) – Zamba para olvidarte (w/ Diego Torres) – Parao (w/ Vicentico) – Sabiéndose de los descalzos (w/ Julieta Venegas) – Agua,fuego,tierra y viento (w/ Soledad Pastorutti) – Nada (w/ Maria Graña & Leopoldo Federico).

 

 

ANOUAR BRAHEM : THE ASTOUNDING EYES OF RITA
Der tunesische Lautenvirtuose Anouar Brahem sagte einst: "Wenn sich die Tradition nicht immer wieder selbst erneuert, trocknet sie aus und stirbt ab".
Entsprechend finden sich in seiner Musik zwar immer Anklänge an seine arabische Heimat, doch hat Brahem immer wieder die Brücke geschlagen zu neueren musikalischen Trends, vor allem dem kammermusikalischen Jazz.

Nach den etwas spröden Klängen von "Le Voyage de Sahar" ist Brahem auch wieder zurückgekehrt zu Musik voller süßer Versuchung, voller melodischer Vielfalt, voller positiver Melancholie. Begleitet wird Anouar Brahem diesmal von Klaus Gesing (Bassklarinette), Björn Meyer (Bass) und vom libanesischen Percussionisten Khaled Yassine. Zusammen mit seinem neuen Ensemble ist Brahem ein Meisterwerk geglückt. Egal ob in den traumhaft schönen lyrischen Passagen, deren innere Ruhe an Brahems Erstlingswerk "Barzakh" erinnert oder in den rhythmischen Titeln, bei denen die Band gelegentlich richtig ins "Grooven" kommt: diese CD kann in jeder Sekunde begeistern.

Schön auch, daß Brahem weder auf modale Eigenheiten der arabischen Musik noch auf typische Vierteltöne verzichtet, geschweige denn auf vertrackte Rhythmen. Denn damit schließt Brahem den Kreis zwischen verschiedenen Musikrichtungen und macht diese CD zu einem Hörgenuß, egal aus welcher musikalischen Ecke der Hörer kommt.

Was ist das eigentlich für eine Art von Musik? Es ist keine Weltmusik, kein Jazz, keine Kammermusik – eher eine Mischung aus all diesen Kategorien. Nennen wir es doch einfach nur "Musik", Musik mit einem hohen individuellen Charakter und mit Spielkunst auf allerhöchstem Niveau.

Mit Sicherheit wird diese CD auf unserer hausinternen Liste "Best Of 2009" weit vorne landen.

Gerhard Rühl, 25. September 2009

ECM 2009, Total Time 53:31, CD EUR 19,90

Hörproben finden Sie auf der Seite www.jazzecho.de, zu finden auch unter dem Link www.anouarbrahem.de

 

 

 

 

 

 

 

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